Der richtige Lattenrost für Taschenfederkernmatratzen

Welcher Lattenrost eignet sich für Federkern?

Lattenroste für Taschenfederkerne

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen: die Unterfederung einer Matratze hat erheblichen Anteil am Schlafkomfort, je nach verwendeter Matratzenart teilweise bis zu 50%! Doch welcher Lattenrost ist der Richtige für Taschenfederkernmatratzen? Gepolsterte Unterfederungen, klassische Lattenroste mit Holzleisten oder doch Tellerroste? Wir versuchen dies im folgenden verständlich zu erklären.

Eines vorweg: auch bei guten Taschenfederkernmatratzen ist ein passender und vor allem intakter Unterbau nötig und beeinflusst die Lagerung der schlafenden Person!

Taschenfederkern klein

So funktioniert eine Taschenfederkern-Matratze

Aufbau von Federkernmatratzen

Um zu verstehen, welchen Anspruch Federkernmatratzen an den Lattenrost stellen, hilft es die Funktionsweise dieses Matratzengattung zu kennen. Bei einer Matratze mit Taschenfedern ist der Name Programm: je nach Qualität mehr oder weniger Stahlfedern sind hier in einzelnen Täschchen aus Vlies oder Baumwolle verpackt und bilden den Kern der Matratze. Diese Federn werden umschlossen von einem Rahmen aus Schaumstoff. Je nach Qualität der Matratze besteht die Abdeckung aus Schaum, Kaltschaum oder Latex.

Funktion des Taschenfederkerns

Im Gegensatz zu herkömmlichen Schaum-Matratzen kann ein Federkern sehr gut zusammengedrückt werden. Somit finden breitere Körperpartien wie Schulter oder Beckenbereich meist genügend Platz zum Einsinken. Gleichzeit hat man einen Effekt wie in einem Blasebalg: bei jeder Bewegung wird die feuchtwarme Luft aus dem Inneren der Liegestätte "herausgepumpt" und optimal durch frische Luft ersetzt. Aus diesem Grund haben sehr hochwertige Matratzen dieser Art perforierte Sitzkanten oder spezielle Lüftungsösen: dies verstärkt den Effekt. Man erreicht somit ein angenehmes und trockenes Schlafklima. Dadurch dass die Metallfedern einzeln arbeiten, ergibt sich eine sehr gute Punktelastizität.

Polsterrahmen Boxspring inside

Der richtige Lattenrost

Aus der beschrieben Funktionsweise dieses Matratzentyps ergibt sich, dass hierfür keine hochelastische Unterfederung benötigt wird, da ein Großteil der Arbeit von der Matratze erledigt wird. Von einem schlichten Holzbrett würden wir dennoch abraten: je nach Körperbau benötigen viele Personen speziell in Seitenlage dennoch mehr Raum für Schulter- oder Beckenpartie. Diese fehlenden Zentimeter Platz bietet der Unterbau - je nach Bauweise unterschiedlich viel. Ein simpler Test macht dies deutlich spürbar: einfach die Matratze statt auf dem Lattenrost einmal auf dem Boden probeliegen... Und auch wenn es bei Stiftung Warentest einmal hieß, man solle sich den Rost aus Dachlatten selber bauen: aus ergonomischer und orthopädischer Sicht können wir hiervon nur abraten!

gepolsterte Unterfederung / "Boxspring inside"

Bewährt haben sich sogenannte Polsterrahmen zum einlegen, auch bekannt aus den Polsterbetten vergangener Jahrzehnte. Heute kommen sie oft mit dem klangvollen Namen "Boxspring inside" daher. An der Konstruktion ändert sich nichts: Mini-Taschenfederkerne werden auf Holzleisten befestigt und mit einer Schicht Schaum gepolstert, anschließende mit Stoff bezogen. Es ensteht ein Art "Matratze light". Teilweise sind diese Rahmen nicht nur als starre Ausführung zu finden, es gibt auch gute Modelle mit verstellbarem Kopfteil oder Fußteil. Das Ergebnis ist eine straffe Liegefläche mit guter Durchlüftung. 

Tellerlattenrost

Ein Tellerlattenrost kann durchaus eine Option sein für eine Taschenfederkernmatratze. Anstelle durchgängiger Holzleisten bietet ein Tellerrahmen eine aufgelöste Oberfläche mit vielen einzelnen Auflagetellern (z.B. von Froli). Dies bietet eine tolle punktuelle Druckentlastung, kann jedoch bei zu elastischen Tellern schnell "schwammig" wirken. Hier sollte ein festes Modell gewählt werden. Ergebnis: stabile Liegefläche bei gleichzeitig guter Druckentlastung. Hilfreich zum Beispiel bei Druckschmerz an der Schulter oder dem Becken.

Lattenrost

Die überragende Mehrheit der Federkernnutzer verwendet eine klassichen Lattenrost mit Holzlattierung. Die Leisten sollten elastisch und leicht federnd gelagert sein. Für Seitenschläfer empfiehlt sich ein Modell mit speziellem Schulterbereich. Ein verstellbarer Bereich in Höhe der Taille ermöglicht Korrekturen, falls die Festigkeit der unterschiedlichen Liegezonen der Matratze nicht optimal zueinander ausbalanciert ist oder körperliche Besonderheiten (starkes Hohlkreuz oder ähnliches) berücksichtigt werden müssen.

Einen Auszug aus unserem Sortiment finden Sie unter Lattenroste.

Lattenrost mit Schulterzone von Swissflex

Ist der Abstand der Leisten wichtig?

Der Abstand der Leiste vom Lattenrost sollte nicht zu groß sein, maximal 4-5 cm, die Leisten selbst nicht zu breit (3-6 cm). Diese beiden Maße bewirken, dass jede der Stahlfedern auf der Lattierung aufliegen kann und gestützt wird. Somit kann sie bei Belastung nicht nach unten ausweichen, wodurch der Liegekomfort leidet und die Matratze Schaden nehmen kann. Gleichzeitig ist somit von unten eine gute Belüftung der Matratze gewährleistet. Für eine Kaltschaummatratze empfehlen wir übrigens nicht mehr als 3 cm Leistenabstand. 

Wie lange hält ein Lattenrost?

Die Haltbarkeit des Lattenrosts richtet sich weniger nach der Matratzenart als nach Schlafgewohnheit, mechanischer Belastung und letztlich dem Alter. Berücksichtigt man, dass wir pro Jahr ca. 3000 Stunden im Bett verbringen, dann ist gut die große Belastung der elastischen Teile vorstellbar. Die Gummilager am Rand ermüden und werden brüchig, die Latten selbst verlieren an Spannung. Sie würden die Matratze und die Schlafende Person gerne stützen, haben jedoch keine "Kraft" mehr und hängen bei Belastung durch. Ergebnis: man schläft wie in einer Hängematte - teils trotz nagelneuer Matratze!

Wir empfehlen in der Regel Matratze und Rost gleichzeitig zu erneuern. Bei guten Qualitäten ist dies alle 10-12 Jahre ratsam. Man beschäftigt sich also nur ein paar Mal im Leben mit dem Thema Bett - schläft dafür immer erholsam und bietet dem gestressten Körper nachts die Regeneration, die er benötigt.

Einfache Qualitäten können durchaus deutlich früher ermüden und nur noch unzureichend stützen. Wir beraten Sie gerne.

Taschenfederkern und verstellbarer Lattenrost?

Verstellbare Lattenroste oder elektrische Lattenroste funktionieren auch mit einer Taschenfederkernmatratze. Im Gegensatz zur klassischen Federkernmatratze ist sie nicht so starr und bietet sich auch einer flexiblen Unterlage gut an. Eine vollständige Sitzposition auf einem elektrischen Rost ist hingegen mit einer Kaltschaummatratze besser darstellbar.