Ist Mittagsschlaf / Power-Napping sinnvoll?

Ist Mittagsschlaf / Power-Napping sinnvoll?

Es liegt durchaus im natürlichen Verlauf des menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus, dass unsere "innere Uhr" zu bestimmten Tageszeiten auf herabgesetzte Aktivität, Ruhepausen und Schlaf programmiert ist. Zur Nacht wird der Drang zu schlafen am Größten, aber auch zu anderen Zeiten am Tage (besonders am frühen Nachmittag gegen 13.00-14.00 Uhr) erleben wir nicht selten eine bleierne Müdigkeit, der wir leider nur an arbeitsfreien Tagen nachgeben können.

Verschiedene Untersuchungen führender Schlafforscher zeigen, dass es bei Wegfall sozialer Vorgaben (feste Arbeitszeiten, Leistungsdruck) einen zweiphasigen Verlauf der Leistungskurve während des Tages gibt. In den frühen Nachmittagsstunden kommt Müdigkeit auf. In den meisten hochentwickelten, westlichen Industriestaaten ist ein dann sinnvoller Mittagsschlaf inzwischen (oder noch?) undenkbar, in anderen Ländern jedoch ist die "Siesta" ein fester Bestandteil des Tagesablaufs.

In den letzten Jahren findet jedoch, speziell in kreativen Berufen oder solchen ohne Öffnungszeiten bzw. Kundenkontakt, das sogenannte "Power-Napping" durchaus Interesse. Hierbei handelt es sich um einen kurzen, oberflächlichen Schlaf von ca. 15 Minuten. Einige Unternehmen bieten hierfür sogar spezielle Ruheräume an. Länger als 30 Minuten sollte so ein "Nickerchen" jedoch nicht dauern, sonst fällt man in eine Tiefschlaf-Phase. Aus dieser dann geweckt zu werden ist 1. schwierig und 2. für den Probanden mit einem Gefühl der Müdigkeit und Orientierungslosigkeit verbunden (Schlaftrunkenheit).

In Studien hatten Probanden, die über 3 Jahre hinweg regelmäßig mittags 20 Minuten "genappt" haben, ein 35% niedrigeres Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden! Hierbei ist übrigens egal, ob man richtig schläft oder nur schlummert. Entscheidend ist das Abschalten und die waagerechte Körperlagerung. Hierbei gern den Oberkörper und die Beine leicht erhöht, in einer sogenannten Relax-Position.